Zwei Aufnahmen, ein Foto – Patchwork-Fotografie für Profis

Eintägiger Workshop
Das Prinzip ist einfach. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Bei der Patchwork-Fotografie werden mit Hilfe von Photoshop (CS2-CC) die besten Stellen von mindestens zwei Fotos miteinander kombiniert. Im Gegensatz zum Composing sind bei der Patchwork-Fotografie die zu kombinierenden Fotos vom gleichen Standpunkt aus fotografiert. Das vereinfacht das Ineinanderpassen der Elemente.

Früher war ein Profifotograf stolz darauf, dass sein Foto mit einem Schuss perfekt war und nicht mehr nachbearbeitet werden musste. Heute wird es im professionellen Bereich immer wichtiger die digitalen Möglichkeiten zu nutzten, wenn sich so die fotografische Aufgabe ökonomischer und besser lösen lässt. In dem eintägigen Workshop lernen Sie, aus verschiedenen Belichtungen desselben Themas schnell ein perfektes Bild zusammenzusetzen. Wir beginnen mit einem Problem, vor das People-Fotografen häufig gestellt sind: Drei Richtige im Foto sind fast so selten wie sechs Richtige im Lotto.

Sie lernen, wie man mit Hilfe einer invertierten Ebenenmaske das transplantierte Gesicht weich in das Gruppenbild einblendet und wie man die Übergänge unsichtbar macht. Mit etwas Übung machen Sie eine solche Kopftransplantation später in etwa einer Minute. Ihre Gruppenaufnahmen werden emotionaler, wenn Sie die besten Einzelportraits kombinieren. Hochzeitsfotografen lernen, wie wichtig es ist, nach dem Gruppenfoto noch einen Moment zu warten, bis alle gegangen sind, um noch eine Fondschuss zu machen. So ein Foto vom leeren Hintergrund kann viel Retuschearbeit ersparen, wenn das zu ersetzende Gesicht nicht mehr exakt an der gleichen Stelle vor dem Hintergrund steht wie beim Basisbild. 


Landschaftsfotografen lernen in diesen Workshop, wie man ein Foto vom Sonnenuntergang effektvoll mit einer in der Dämmerung fotografierten Aufnahme kombiniert.

Bei vielen Wettbewerben sind solche Manipulationen nicht erlaubt. Ich finde solche Regeln bei der Reportage nachvollziehbar, beim Kunstfoto aber unsinnig. Man sollte der Fotografie die Freiheit lassen, die in der Malerei selbstverständlich sind.


Eine weitere Einsatzmöglichkeit der Patchwork-Methode ist die Lichtmalerei mit der Taschenlampe. Ein Foto vor einer Softbox, wie Sie es beim Thema Glas im Produktfotografie-Workshop lernen, zeichnet differenziert die Wasserflasche und lässt die Blume als Silhouette stehen. 

Im dunklen Studio werden dann mit Hilfe einer kleinen LED-Taschenlampe die Lichteffekte auf dem Pflanzenkörper gemalt. Da man mit der Taschenlampe ganz dicht über die Oberfläche streift, ergibt sich ein Malerei-Effekt mit feiner Textur, der mit einer außerhalb des Sets stehenden Lampe nicht erreichbar ist.


In der Workshop-Praxis hat sich diese Übung leider nicht bewährt, weil die Patches nicht mehr exakt übereinander passen, wenn die Blüte im Dunklen nur leicht mit der Taschenlampe angestoßen wird. Deshalb üben wir exakt die gleichen Lernschritte an dieser etwas robusteren Lego-Figur.

Überraschend finden es die Workshop-Teilnehmer jedes Mal, wie man mit dem Photoshop-Pinsel die Lichteffekte auf den Korpus malt. Durch eine auf „negativ multiplizieren“ eingestellte Ebene bleibt das Weiß vom Fond der Basisaufnahme ohne aufwändige Maskierungen erhalten, der schwarze Fond der Taschenlampenaufnahme wird wie durch Zauber unsichtbar. Die Anwendung von Fadingmasken, die den Gegenlichteffekt verstärken, sollten Sie vorher im Freisteller-Workshop gelernt haben. Wie man die punktuelle Gegenlicht-Überstrahlung baut, zeige ich Ihnen gerne an diesem Bildbeispiel.

Patchwork in der Produktfotografie ist dann das Thema am Nachmittag. Eigentlich haben Sie schon alles gelernt. Das GPS-Gerät wird einmal mit einer kleinen Softbox fotografiert und eine zweite Belichtung im dunklen Studio zeigt nur das beleuchtete Display. 

Eine „negativ multiplizieren“ Ebene sorgt wieder dafür, dass der Lichtreflex auf dem Display erhalten bleibt.

Nach dieser Übung montieren Sie in wenigen Minuten die beiden Logos in das Kamerafoto.
Eine Einspiegelung der Schrift und der Reflexe auf der Frontlinse schon während der Basisaufnahme dauert länger und ist im Nachhinein nicht mehr so schön feinjustierbar, wie bei der Patchwork-Methode. 

Wenn wir gut im Zeitplan liegen, machen wir danach eine Gruppenaufnahme von den Workshopteilnehmern und vertiefen noch einmal alle Arbeitschritte von der Aufnahme bis zum vertauschten Kopf.

Bei der Abschlussbesprechung erwähne ich auch die Möglichkeiten bei der Architektur- und Industriefotografie. Wenn Sie die Lampe mitten ins Bild stellen (wie bei der Aufnahme unten), erzeugen Sie einen Patch mit größerem Detailreichtum, als wenn Sie die Lampe außerhalb des Bildfeldes aufstellen. Sie ergänzen die Stelle mit der Lampe durch einen Patch, bei dem die Lampe einen Meter weiter geschoben wurde.

Das Prinzip ist immer das gleiche: Das optimierte Bilddetail wird in einer eigenen Ebene passgenau auf die Basisaufnahme gelegt und mit Hilfe der Ebenenmaske nahtlos mit ihr verschmolzen. So können Sie auch das ausgefressene Licht im Fenster des Innenraumfotos durch einen Patch mit knapperer Belichtung ersetzen.

 

Hilfreich für diesen Workshop sind das Verständnis über den Umgang mit dem Pfad-Werkzeug und der Ebenenmaske, so wie es im Freisteller-Workshop geübt wird. Auch hilfreich sind die Grundkenntnisse der Lichtführung.

Der Workshop findet statt zwischen 10 und 17 Uhr im Pixelteacher-Seminarraum im Kleinen Kielort 3-5.

Jedem der maximal vier Teilnehmer steht ein professioneller Mac-Arbeitsplatz mit Bildbearbeitungsmonitor und Grafiktablet zur Verfügung.

 

Buchen können Sie den Workshop unter ipshamburg.de. Dort erfahren Sie auch die aktuellen Termine.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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