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Wenn eine neue Photoshop-Version auf den Markt kommt, stellt sich für mich vor der Frage nach den Neuerungen zunächst die Frage: Kann ich den laufenden Job  unter Termindruck auf der neuen Version fertig rechnen oder brauche ich eine längere Umgewöhnungszeit?

 

Das Einrichten der Paletten (die Voreinstellung ist eher für Webdesigner geeignet als für Fotografen), das Kopieren von Plug-ins und Scannertreibern ist in einer halben Stunde erledigt. Dann wird es spannend. Hat Adobe wieder wichtige Kurzbefehle geändert?

 

Die in der Postproduction-Praxis wohl meistgenutzten Kurzbefehle sind für die Werkzeugspitzengröße (Befehlstaste ö bzw. #). Beim Wechsel von CS2 auf CS3 wurden Sie vertauscht mit der Folge, dass ich die ersten Wochen an diesem motorisch verinnerlichten Befehlen scheiterte. Man stelle sich vor, Mercedes würde beim 2009er Modell die Position von Brems- und Gaspedal vertauschen. Zur Beruhigung: Der Werkzeugspitzengrößen-Befehl funktioniert wie in CS3. Auch die wichtigen Kurzbefehle für die Bildschirmnavigation und die Werkzeugauswahl sind gleich geblieben.

 

Die Befehle für die Kanalarbeit hingegen wurden geändert. Nachdem man jahrelang mit „Befehlstaste ^“ aus der Maske zurück ins Bild kam, ist jetzt „Befehlstaste 2“ dafür voreingestellt. Die RGB-Farbkanäle erreicht man jetzt mit „Befehlstaste 3,4,5“. Das ist gewöhnungsdürftig. Man kann natürlich alle Kurzbefehle unter dem Kopfleistenmenü > Bearbeiten >  Kurzbefehle auf den gewohnten Wert zurückstellen, hat dann aber langfristig ein Problem, wenn man an anderen Arbeitsplätzen mit der Adobe Voreinstellung sitzt. Für die Pixelteacher-Schulungsrechner verbietet sich dieser Weg ohnehin.

 

In der Werkzeugleiste ist das „Ansichtsdrehungs-Werkzeug“ neu hinzugekommen. Wenn Hardware und Software der Grafikkarte mitspielen, lässt sich damit der Bildrahmen frei drehen, sodass z.B. Schraffierbewegungen aus dem Handgelenk im richtigen Winkel ins Bild kommen. Früher hatte ich des Öfteren das Grafik-Tablett auf dem Arbeitstisch gedreht – das ist jetzt nicht mehr nötig.

 

Interessant für Stilllife-Fotografen ist, dass Photoshop inzwischen eine Bildsequenz mit verschieden Focusebenen (unter Datei > Automatisieren > Photomerge) zu einem Bild zusammenrechnen kann. Wer die gigantischen Megapixelwerte seiner neuen Digitalkamera ausreizen will, wird bemerkt haben, dass eine für maximale Tiefenschärfe bis zum Anschlag abgeblendete Optik selten noch die Auflösung des Kamerachips erreicht. Mehrere Aufnahmen mit moderater Blendeneinstellung und schrittweise verändertem Focus in CS4 zusammengerechnet, ergeben eine Schärfequalität, die so bisher nicht möglich war.

 

Bei den Farbvoreinstellungen ist Adobe leider immer noch mehrere Jahre im Rückstand. Für die Separation ist ISOcoated Fogra 27 voreingestellt. Das war der CMYK-Arbeitsfarbraum nach Medienstandard Druck 2003. Der neueste Medienstandard Druck 2007 schreibt das ISOcoated Fogra 39 (indentisch mit ISOcoated v2 eci) vor. Die Pixelteacher-Links zeigen Ihnen, wo Sie es herunterladen können.

 

Ein PDF, das die Änderungen, die sich durch CS4 für das Buch ergeben, dokumentiert, ist in Arbeit. Ich werde es kurzfristig an dieser Stelle als Download zur Verfügung stellen.

 

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